Achenbach, Kupfer- und Silbergrube

In Achenbach wurden seit dem 16. Jahrhundert Kupfer- und Bleierze, später auch Silbererze abgebaut. Eine Gewerkschaft hatte schon 1536 auf den Gruben König Wilhelm und Kaiser Carl mit dem Abbau von Kupfer- und Bleierzen begonnen. Nach dem Bergpatent Landgraf Philipps des Großmütigen von 1564 wurde auf der Grube „Auf dem Heiligen Geiste“ ein Tiefer Stollen vorangetrieben. Die damit verbundenen großen Hoffnungen erfüllten sich jedoch nicht. Der Bergbau wurde nach der neuen Bergordnung Landgraf Ludwigs III. von 1584 wieder aufgenommen und auch im 17. Jahrhundert gab es wiederholte Abbauversuche (1615, 1639, 1660, 1664). Der (hessische) Hofmedicus Angelocrator stellte 1660 bei Achenbacher Erzen einen Kupfergehalt von 30 % fest. (Stoppel, Auf Erzsuche S. 56)
Die in den Jahren 1693-1696 geförderten Kupfererze wurden zur Weiterverarbeitung auf die Ludwigshütte bei Biedenkopf geliefert. 1696 schlossen sich die Achenbacher Gruben „Kaiser Carl“, König Wilhelm“ und „Bergmannshoffnung“ am Boxberg zu einer Gewerkschaft zusammen, deren Gruben nach einer Förderpause mit Geldern eines kurpfälzischen Bankiers wieder eröffnet wurden. Einen Aufschwung erlebte die Förderung in Achenbach mit der Inbetriebnahme der Kupferhütte in Breidenbach 1730. Im darauf folgenden Jahr wurde der König-Wilhelm-Stollen bis zum Schacht „Drei Steiger“ verlängert, 1737 betrieb man einen Stollen und einen Schacht. Bei der Verlängerung des „Stollborner Ställchens“ 1738 am Boxberg fand man in 8 m Tiefe Silberfahlerz, das man bis 1742 abgebaute. Stoppel gibt die Menge des 1737-1741 auf die Breidenbach Hütte gelieferten, handverlesenen Kupfererzes mit rund 20 t an. Der Kupfergehalt des verlesenen Erzes hatte 1660 30% betragen, aus dem 18. Jahrhundert ist der Gehalt nicht bekannt.
Der Betrieb der Achenbacher Grube wurde nach der Eröffnung der ergiebigeren Grube in Silberg aufgegeben. Kleine Abbauversuche, wie z.B. durch den Tierarzt Arras 1856, brachten wenig Erfolg. 1896 wurden die Achenbacher Grubenfelder Aurora, Berghäuschen und König Wilhelm vereinigt, alte Stollen zusammengeschlossen und zwei neue Schächte abgeteuft. Die Untersuchungen wurde 1907 nach dem Tod des Geldgebers Ludwig Heise aus Witten unterbrochen und 1910 endgültig aufgegeben. (Stoppel S. 57)

Ob oberflächliche Reste des Bergbaus in Achenbach erhalten sind, ist bisher nicht bekannt.

Objektinformationen

Sparte: Bergbau

Funktion: Kupfer- und Silbergrube

Nutzungszeit: (1535) - 1910

Zustand: sichtbare Reste wohl nicht vorhanden

Denkmalschutz: nein


Lage und Zugänglichkeit

Adresse: keine

Lage: Achenbach, Im Rockelthal, westlich des Ortes

Zufahrt:

Zugänglichkeit:


Bilder


Bearbeiter/in: Otto Volk

Abbildungen:

Literatur:

  • Stoppel, Dieter:  Auf Erzsuche: Zur Geschichte des Silber-, Kupfer- und Schwerspatbergbaus im Raum Biedenkopf - Dillenburg, 1988, S. 56-57.

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