Werner Sell

Prof. Dr. h.c. Dipl.-Ing.

 

* 1. September 1900 in Berlin

† 19. März 1998 in Dillenburg

 

Ingenieur, Erfinder, Unternehmer


Der aus Berlin stammende Werner Sell kam als Techniker und Ingenieur in das Dillgebiet und wurde Technischer Direktor der Burger Eisenwerke in Burg bei Herborn. Auf der Suche nach neuen Absatzmöglichkeiten für das Unternehmen erschloss er die Hauswirtschaft als attraktives Betätigungsfeld. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte er als selbständiger Ingenieur "die erste deutsche voll funktionsfähige Einbauküche" (Scharf), die im Wirtschaftsgeschichtlichen Museum Villa Grün in Dillenburg erhalten ist.

Mit der "Sell Haus- und Küchentechnik GmbH" gründete er 1949 in Herborn sein eigenes Unternehmen, das sich zunehmend und mit Erfolg den Küchen für Spezialanwendungen zuwandte. Dabei kam ihm zugute, dass gerade in den 1950er und 1960er Jahren die Lufthansa und zahlreiche weitere Fluggesellschaften die neuen Flugzeuge ihrer Flotten mit Sell Flugzeugküchen ausstattete. Daneben wurden Speisewagen und Schiffskombüsen mit Sell-Einbauküchen bestückt. Werner Sell wurde damit zum "Vater der Einbauküchen".

Er gehört zu den Begründern des Fachbereichs Haushalts- und Ernährungswissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen, an dem er seit 1964 einen Lehrauftrag wahrnahm. 1970 wurde er von der Universität Gießen zum Honorarprofessor für Haushaltstechnik ernannt, 1976 erhielt er die Ehrendoktorwürde.

1966-1970 war Werner Präsident der Industrie- und Handelskammer Dillenburg und wurde für sein Lebenwerk mit dem Großen Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland und zahlreichen weiteren Ehrungen ausgezeichnet.

Literatur:

 GND der Deutschen Nationalbibliothek: 1119620910


Bearbeiter: Otto Volk

Abbildung: