Sinn, Maschinenfabrik und Gießerei Doering GmbH

1842 kauften der Herborner Schultheiß Johann Henrich Doering (1793-1866) und seine Frau Anna Elisabeth einen Teil des Sinner Hofs in Sinn. Am 28. Mai 1858 genehmigte die Landesregierung das Gesuch des Bürgermeisters Doering zu Herborn, auf diesem Hof ein bisher als Stall genutztes Gebäude als Maschinenwerkstätte einzurichten. Im Juni 1859 macht Albert Doering (der Sohn des Bürgermeisters) bekannt, dass er zu Sinn eine Maschinenbauwerkstätte eröffnet habe. "Durch entsprechende Einrichtungen, Maschinen und Werkzeuge sei er im Stande, Maschinen aller Art sowohl nach eigener Konstruktion und neuesten Verbesserungen als auch nach Angabe rasch und gut auszuführen. Er baue Dampfmaschinen und eiserne Wasserräder von jeder Stärke, alle bei dem Bergbau vorkommenden Maschinen, Zylindergebläse, Ventilatoren, Blech- und Stabeisenwalzwerke, alle laufenden Werke für Papier-, Mahl- und Schneidmühlen in Eisen und Holz, Feuerspritzen in jeder Größe, Saug- und Druckpumpen für Brunnen, Brau- und Brennereien und landwirtschaftliche Maschinen etc. Er fertige einzelne Maschinenteile wie Zahnräder, Schrauben und Transmissionen, er übernehme Walzen und Wellen jeder Dimension, Zapfen und Mühleisen zum Abdrehen, sowie Hähne, Ventile, Lager etc. zur Anfertigung in Messing und Rothguss und besorge vorkommende Reparaturen auf das Pünktlichste".
Von der Landesregierung erhält Doering die Erlaubnis zur Inbetriebnahme einer Dampfmühle in seinem Maschinengebäude.
1861 wird der Schwager Albert Doerings, der Herborner Kaufmann Johann Heinrich Hoffmann als Teilhaber in die jetzt Doering & Hoffmann genannte Firma ein. Im gleichen Jahr verkauft Johann Heinrich Doering, der Vater, seinen Besitz am Sinner Hof, darunter das Fabrikgebäude (den früheren Pferdestall). 1867 erhält die Handelsgesellschaft Doering & Hoffmann die Erlaubnis, eine zweite Dampfmaschinen mit Kesselhaus an die Maschinenfabrik anzubauen.
Nach einem Bericht der Firma Doering & Hoffmann an das königlich-preußische Amt Herborn von 1868 belief sich die Produktion der Eisengießerei 1867 auf Waren, die aus dem Kupolofen gegossen wurde, im Gewicht von 150.000 Pfund. Die Waren hatten einen Wert von 5.250 fl. Sie wurden zum größten Teil in der firmeneigenen Maschinenwerkstatt weiterverarbeitet, wodurch sich der Geldwert ungefähr auf das Dreifache steigerte. In der Gießerei seien durchschnittlich 12, in der Maschinenwerkstatt 16 Arbeiter beschäftigt gewesen, die 80-90 Familienmitglieder ernährten. Auf die Nachfrage des Amtes, welche Mengen der Gussstücke mit Holzkohle, Koks gemischten Brennmaterialien erblasen worden seien gibt die Firma an, das "das Roheisen der fertiggestellten Gusswaren durch Steinkohlenkoks umgeschmolzen worden sei. (Sartor)

Objektinformationen

Sparte: Eisen, Stahl und Metalle

Funktion: Gießerei, Maschinenbau

Nutzungszeit: 1858 - heute

Zustand:

Denkmalschutz: nein


Lage und Zugänglichkeit

Adresse: Wetzlarer Str. 10, 35764 Sinn

Lage: im Ortszentrum von Sinn an der B 277

Zufahrt: auf der B 277

Zugänglichkeit: nur im Rahmen von Betriebsbesichtigungen


Bilder


Abbildungen: (1) Fremdfoto, (2) Website Doering GmbH

Literatur:

  • Benz, Hannelore:150 Jahre Doering in Sinn - 150 Jahre deutscher Geschichte. Von der Reparaturwerkstatt zum Unternehmen von Weltruf. In: Heimatjahrbuch für das Land an der Dill im Lahn-Dill-Kreis, Bd. 52, 2009, S. 27-30.
  • Sartor, Hermann J.: Die Maschinenfabrik und Eisengießerei Doering zu Sinn. In: Heimatjahrbuch für das Land an der Dill im Lahn-Dill-Kreis, Bd. 46, 2003, 2002, S. 315-320.

Web-Informationen:

Website der Firma Doering GmbH

Bearbeiter/in: Otto Volk