Hungen, Grubenfeld Vereinigter Wilhelm

Die Grube Wilhelm im Feldheimer Wald südlich der Stadt Hungen wurde 1862 mit den Gruben Elisenburg und Landwehr unter dem Namen "Vereinigter Wilhelm" zusammengeschlossen. Vom Grundeigentum des konsolidierten Grubenfeldes (13,27 ha) wurden 10,90 ha für Tagebau und Schlammgelände genutzt. Das Grubenfeld Vereinigter Wilhelm bildet die Fortsetzung des Erzvorkommens im Heckenwald, das unter dem Namen Grubenfeld Abendstern gleichzeitig betrieben  wurde. Eine Eisensteinwäsche wurde im Jahr 1906 zwischen den konsolidierten Gruben, nahe der Untermühle in Richtung Landwehr errichtet. Das versandfertige angereicherte Erz hatte einen Eisengehalt von 43-45 %. 1912 übernahm die Eisenerz-Gesellschaft m.b.H. aus Hungen das konsolidierte Grubenfeld. Wegen Arbeitskräftemangels wurde die Erzförderung zu Beginn des Ersten Weltkriegs zeitweilig stillgelegt. 1916 wurde die Förderung von Stückerz wieder aufgenommen und am Ende des Jahres übernahmen die Mannesmann-Röhrenwerke die Eisenerz-Gesellschaft m.b.H. Erst 1927, nach der Inbetriebnahme einer "Exzelsiorwäsche" an der Bahnlinie von Hungen nach Friedberg, wurde wieder Wascherz gefördert und damit ein höherer Eisengehalt erzielt werden (> 45%). Über eine 500m lange Drahtseilbahn wurde das Roherz von dem Tagebau, den man 1934 auf der Landwehr eingerichteten Tagebau zur Erzwäsche transportiert werden. Nachdem dieses Erzvorkommen erschöpft war wurde 1958 ein neuer Tagebau im Feldheimer Wald, 1,3 km entfernt von der Aufbereitungsanlage angelegt. Die Förderung fand durch einen Stollen bis zur Erzwäsche statt. Die Bahn transportierte das Roherz in das Hochofenwerk Duisburg-Huckingen.Technische Neuerungen wie Neonbeleuchtung, Warmluftbeheizung und der Einbau einer Prallmühle schufen bessere Arbeitsbedingungen und ließen den Ertrag nochmals steigen.
Am 15. März 1964 wurde die Grube stillgelegt, weil das Vorkommen an wirtschaftlich rentablem, hochprozentigem Eisenerz erschöpft war. In den 100 Jahren der Förderung wurden im Grubenfeld Vereinigter Wilhelm 1 059 331 t Fertigerz abgebaut. Zuletzt arbeiteten noch 55 Bergleute, deren Familie oft schon in der 3. oder 4. Generation im Bergbau tätig waren, auf dem Grubenfeld.

Objektinformationen

Sparte: Bergbau

Funktion:

Brauneisensteinabbau im Tagebau und Tiefbau

Nutzungszeit: 1862-1964

Zustand: fast völlig verschwunden

Denkmalschutz: nein


Lage und Zugänglichkeit

Adresse: keine

Lage:

Zufahrt:

Zugänglichkeit:

in der Landschaft frei zugänglich


Bilder


Abbildungen: (1-3) Eisenerzbergbau in Hessen Abb. Nr. 349, 350, 352

Literatur:

  • Eisenerzbergbau in Hessen S.

Web-Informationen:

Bearbeiter/in: Vanessa Staufenberg / Otto Volk