Wolfgruben, Wilhelmshütte

Die Wilhelmshütte bei Wolfgruben wurde 1832-1834 von Justus Kilian aus Biedenkopf gegründet (zunächst bis 1852 Kilianshütte genannt). 1852 verkaufte Kilian die Hütte an den Grafen Wilhelm von Reichenbach-Lessonitz, der sie 1859 an den Hessen-Nassauischen Hüttenverein veräußerte.
Nach einer zeitgenössischen Beschreibung hatte die Wilhelmshütte um die Mitte des 19. Jahrhunderts "1 Hochofen mit 2 Gebläsen für ein Wasserrad und eine Dampfmaschine, 1 Blechwalzwerk mit 2 Puddelöfen, 1 Schweissofen und 1 Blechofen. Das Ausrecken der Luppen geschieht durch einen besonderen Dampfhammer. Die Umdrehung der Walzen wird durch zwei Turbinen bewerkstelligt. Später beabsichtigt man auch noch eine weitere Dampfwalze für Blech und Stabeisen anzulegen.
In der Hütte werden 80.000 Zentner Erz verhüttet, von denen etwa ein Fünftel aus inländischem Brauneisenstein aus eigenen und fremden Gruben stammt, der Rest aber aus Roteisenstein aus nassauischen Gruben. Aus den 80.000 Zentnern Erz werden etwa 30.000 Zentner Roheisen hergestellt, die zu 95 % als Masseln und zu 5 % als Gusswaren ausgebracht werden." Das auf der Hütte erzeugte Eisen ist nach dem Gewährsmann "von anerkannter Güte und namentlich zu Stabeisen sehr geeignet".
In der Hütte werden 48-50 Personen beschäftigt. Hinzu kamen 10 Mann auf den Gruben in den Gemarkungen Gladenbach und Mornshausen (Salzböde). Der Hochofenbetrieb zur Roheisengewinnung wurde 1886 aufgegeben und durch eine Kupolofen-Gießerei ersetzt. Mit dem Hessen-Nassauischen Hüttenverein kam die Wilhelmshütte an die Firma Buderus.

Objektinformationen

Sparte: Eisen, Stahl und Metalle

Funktion: Eisenhütte / Gießerei

Nutzungszeit: 1832/34 - 1974

Zustand: keine alten Gebäudeteile erhalten

Denkmalschutz: nein

Wilhelmshütte, Zeichnung um 1935
Wilhelmshütte, Zeichnung um 1935

Lage und Zugänglichkeit

Adresse: In Wolfgruben 52, Dautphetal-Wolfgruben

Lage:

Zufahrt:

Zugänglichkeit:


Bilder


Abbildungen:

Literatur:

  • Bäumner, Günter: Das Vereinslazarett auf der Wilhelmshütte [in der Gemarkung von Dautphetal-Wolfgruben] : vor 75 Jahren; es diente der Verwundetenpflege im ersten Weltkrieg. In: Heimat an Lahn und Dill. - Bd. 228, 1989, S. 2.
  • Doenges, Lothar: Die alte Industrieruine will nicht zu neuem Leben erwachen. In: Oberhessische Presse. Marburg. - Bd. 12, 1988, H. 78 vom 2.4.1988, S. 42.
  • Huth, Karl: Wirtschafts- und Sozialgeschichte des Landkreises Biedenkopf 1800-1866, 1962, S. 76.

Web-Informationen: 

Wikipedia, Artikel Wilhelmshütte (Dautphetal)

Bearbeiter/in: Otto Volk


QR-Code dieser Seite