Die Dietzhölztalbahn (Dillenburg - Ewersbach)

Quelle: Eisenbahn in Hessen / LAGIS
Quelle: Eisenbahn in Hessen / LAGIS

Die eingleisige Strecke der Dietzhölztalbahn führte bei einer Gesamtlänge von 15,88 km vom Bahnhof Dillenburg über Frohnhausen, Wissenbach und Eibelshausen, umfuhr in einem Halbkreis den Ort Steinbrücken und endete in Ewersbach (Straßebersbach). Sie wurde 1892 eröffnet und 2001 stillgelegt.


Die ersten Planungen für den Bau der Strecke Dillenburg - Ewersbach begannen im Sommer 1886. Die zunächst auf Anordnung des preußischen Ministeriums projektierte Trassenführung unmittelbar westlich der Chaussee, stellenweise sogar unter Nutzung des Straßenbereichs, stieß auf den Protest der Dörfer, die die Bahnlinie dabei durchschnitten hätte. Man entschied sich deshalb schließlich für einen Streckenverlauf östlich der Dietzhölze. Nach der Genehmigung der Strecke am 6.4.1887 begannen am 1. August 1890 die Bauarbeiten am Gleiskörper, an den Empfangsgebäuden und den notwendigen Nebenanlagen. Für den Bau hatte das preußische Abgeordnetenhaus eine Summe von 1,1 Millionen Mark bewilligt.

Nach rund 21 Monaten Bauzeit konnte die Dietzhölztalbahn am 29. April 1892 eröffnet werden. Die täglich verkehrenden drei Zugpaare benötigten für die gesamte knapp 16 km lange Strecke zwischen Dillenburg und Ewersbach eine Fahrtzeit von jeweils etwa 59 Minuten. Nach der Eröffnung des Personenverkehrs auf der Scheldetalbahn (1896), die zur dieser Zeit vom Bahnhof Dillenburg bis zum Haltepunkt Nikolausstollen im Scheldetal reichte, fuhren täglich Züge von Straßebersbach bis ins zum Nikolausstollen.

Auf der Dietzhölztalbahn wurde sowohl Gütertransport wie Personenverkehr abgewickelt. Durch den wachsenden Fremdenverkehr wurde die Strecke in den 1930er Jahren stärker genutzt. Wegen ihrer Bedeutung für die Rüstungsproduktion wurde die Strecke während des Zweiten Weltkriegs wiederholt bombardiert. In den Nachkriegsjahren spielte auch der Schülerverkehr eine wichtigere Rolle.  Seit den 1960er Jahren ersetzte man einen wachsenden Teil des Bahnverkehrs durch Busse. Am 29.5.1987 wurde der Personenverkehr auf der Strecke eingestellt, am 31.5.2001 auch der Güterverkehr. Im April 2000 wurde die Strecke ab Bahnhof Wissenbach ( km 8,0) wegen Gleisschäden gesperrt, am 10. Juni 2001 vom Streckenkilometer 2,2 (Stahlwerk Dillenburg) bis zum  Streckenende stillgelegt.

Schon im Sommer 2002 wurden einzelne Schienenteile und Signalanlagen abgebaut. Seit einigen Jahren gibt es jedoch vom Verein Dietzhölztalbahn e.V. getragene Bestrebungen, die Strecke für den Personen- und Museumsverkehr wieder zu aktivieren.

 

Zu den Objekten der Route der Industriekultur Mittelhessen gehören von den Bauten an der Dietzhölztalbahn:

 

 


Bahnhof Frohnhausen (in Bearbeitung)



Bahnhof Eibelshausen (in Bearbeitung)



Literatur:

  • Horch, Uli: Als die Dietzhölzbahn hundert wurde: ein Tag im April 1992. In: Heimatjahrbuch für das Land an der Dill im Lahn-Dill-Kreis Bd. 58, 2015, S. 231-233.
  • Giersbach, Werner: Die Dietzhölztalbahn: durch den Wandel der Zeit auf der Strecke geblieben. In: Heimatjahrbuch für das Land an der Dill im Lahn-Dill-Kreis Bd. 49, 2006, S. 103-110.
  • Die Eisenbahn im Dietzhölztal. In: Chronik Steinbrücken, herausgegeben von der Gemeinde Dietzhölztal, 2006, S. 218-221.
  • Eisenbahn in Hessen / hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen; 2, Eisenbahnbauten und -strecken: 1839 - 1939 / Heinz Schomann. [Fotos: Volker Rödel] , 2 Teilbände (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen / hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen), 2005, hier Band 2.2, S. 736 ff.
  • Giersbach, Werner: Die Dietzhölztalbahn: es begann so vielversprechend. In: Heimatjahrbuch für den Lahn-Dill-Kreis Bd. 4, 1994, S. 325-328.
  • Horch, Uli: Die Eisenbahn im Dietzhölztal. Hrsg. vom Museumseisenbahn- und Bergbauverein Scheldetal e.V., 1990.

Web-Informationen:

Abbildungen: (1, 3, 5) Otto Volk