Marburger Lokschuppen an neue Eigentümer verkauft

Der Lokschuppen des ehemaligen Bahnbetriebswerks Marburg, der zuletzt im Eigentum der Stadt Marburg war und treuhänderisch von der stadteigenen GeWoBau verwaltet wurde, ist - wie die Presse meldet - endgültig an die neuen Eigentümer verkauft worden.

Um den Lokschuppen, das wohl bedeutendste Industriedenkmal in Marburg, war in einem Bieterverfahren, das von einer kontroversen öffentlichen Diskussion begleitet wurde, heftig gerungen worden. Als Bieter war auch der Förderverein Lokschuppen e.V. angetreten, der mit seinen engagierten Mitgliedern die Initiative zur Rettung des z.T. schon maroden Baus ergriffen hatte. Die städtischen Gremien entschieden sich jedoch in einem für die Öffentlichkeit nicht leicht nachvollziehbaren Verfahren, der Bewerbung einer Bietergemeinschaft den Vorzug zu geben. Der neue Eigentümer des Geländes (mit Lokschuppen und Werkstattbau), ist die Drehscheibe Lokschuppen GbR, die von der Schneider Immobilienverwaltungsgesellschaft und C + P Dynamic Living Sources gebildet wurde.

Nach dem Konzept der Drehscheibe Lokschuppen GbR soll im Ringlokschuppen ein Veranstaltungsbereich für Events, Konzerte und auch private Feiern entstehen, ein zweiter Teil soll ein "Kreativ- und Gründerzentrum" mit Restaurant aufnehmen, während auf den Grundmauern des abzubrechenden Werkstattbaus ein Hotel entstehen soll. Nach Auffassung der Stadt bleibe "der denkmalgeschützte und für das Waggonhallenareal ganz wesentlich prägende Lokschuppen ... erhalten und werde revitalisiert und der Kulturstandort durch neue und ergänzende Nutzungen auf dem Gelände gestärkt" (Sonntag-Morgenmagazin vom 25.3.2018).

Die Bauplanungen im Detail, die für die Erhaltung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudekomplexes von besonderer Bedeutung sind, sind in der interessierten Öffentlichkeit bisher nicht bekannt.

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Kommentare: 1
  • #1

    Dietrich Schewe (Sonntag, 08 April 2018 09:34)

    Egal, wie man zu dem Projekt steht: Die Bauherren stellten die Bauplanungen in der letzten Sitzung des Gestaltungsbeirates der Stadt Marburg vor. Diese Sitzung ist öffentlich gewesen. Es haben aber nur wenige (ich meine, es waren nur 6) Bürgerinnen und Bürger teilgenommen, die dann aber auch einige Nachfragen stellten.
    Dietrich Schewe