Vortrag: Martin Luther und der Bergbau

Am Dienstag, 23. Januar 2018, 16 Uhr,

spricht Herr Dr. Erhard Reitz in Marburg zum Thema:„Martin Luther und der Bergbau“.

 

Der Reformator Martin Luther entstammte einer wohlhabenden Hüttenmeisterfamilie, die durch ihre weitläufigen verwandtschaftlichen, freundschaftlichen und geschäftlichen Beziehungen fest in der bürger-lichen Elite der Grafschaft Mansfeld verankert war. Das wirtschaftliche Fundament der Familie Luder basierte auf vier Säulen: dem Bergwerks- und Hüttenbetrieb, dem Landbesitz, den Geldverleihgeschäften und den Einnahmen aus der bergamtlichen Funktion des Hans Luder als Schauherr (Geschworener). Hans Luder verstarb trotz seiner Verschuldung bei der Schwarzaer Seigerhandelsgesellschaft als recht wohlhabender Mann.


Hans Luders Sohn Jacob führte die Hüttenmeistertradition fort. Er wurde aber ein Opfer der geänderten Wirtschaftspolitik der frühneuzeitlichen Landesherren, die seit dem Beginn des 16. Jh. die privaten Unternehmer aus dem Bergwerks- und Hüttenwesen hinausdrängten, um deren Erträge für sich selbst zu beanspruchen. Das Bergbauregal (jura regalia „königliche Rechte“) erlaubte es Ihnen, die an Privatbetreiber vergebenen Konzessionen wieder an sich zu ziehen und für sich zu nutzen.

Auch die weiteren Nachkommen der Familie Luder in Mansfeld mussten einen sozialen Abstieg hinnehmen. Die Mitglieder der einstmals selbstständigen Hüttenmeisterfamilie Luder waren in der dritten und vierten Generation nur noch als Lohnabhängige im Mansfelder Bergbau beschäftigt.

Im Vortrag wird den Beziehungen Martin Luthers und seiner Familie zum intensiven Bergbau im Mansfelder Kupferrevier und im sächsisch-thüringischen Raum insgesamt, also dem Kernland der Reformation, nachgegangen. Dabei geht der Blick sowohl auf den Reformator und sein Umfeld wie auf den wirtschaftlichen und technischen Stand des Bergbaus und Hüttenwesens in der Zeit der Reformation.

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Der Referent, Dr. Erhard Reitz aus Siegbach (Lahn-Dill-Kreis), war als Geologe an der Philipps-Universität Marburg tätig. Er gilt als einer der besten Kenner des historischen Bergbaus im Lahn- und Dill-Gebiet.

Der Vortrag ist eine Veranstaltung des Fachgebiets Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Philipps-Universität und der Route der Industriekultur Mittelhessen.

Ort: Geisteswissenschaftliche Institute, Wilhelm-Röpke-Str. 6, Marburg, Turm C, 9. Stock, Raum 09C06. Der Vortrag ist öffentlich. Der Eintritt ist frei.

 

 

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